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Wenn du um dreiviertel sechs Uhr morgens an einem kleschkalten Sonntag auf dem Weg in die Arbeit bist und vor dir auf der kurvigen Straße mit extrastarkem Gefälle ein Einsatzwagen des Winterdienstes dahinschleicht und Streugut verliert:

ÜBERHOLE IHN NICHT!

Außer du stehst auf Ausflüge in die Botanik....

17.2.08 17:42


Lieber XXX!

Wir haben erfahren, dass YYY Dir erzählt hat, diverse nationale und internationale Unruhen hätten Schuld an der verspäteten Lieferung Deines Geburtstagsgeschenkes.

Die Wahrheit lautet ein klein wenig anders (Unruhen ja, aber nicht die erwähnten):

Die Mäuse waren schuld. Na ja, eigentlich die Maikäfer, aber die Mäuse haben mit dem eigentlichen Krieg begonnen, obwohl, so richtig brutal wurde es erst, als die Raben begonnen haben mitzumischen...

Damit Du verstehst, worum es geht und warum Du so lange warten musstest, erzähle ich Dir die ganze Geschichte.

Die Mäuse, die in der Produktion für das Abbeißen der Fäden zuständig sind, haben erfahren, dass die Maikäfer hinter ihrem Rücken dumme Witze über die Länge und Behaarung ihrer Schwänze gemacht haben. Du musst wissen, dass die Mäuse in Bezug auf ihre Schwänzchen, pardon, Schwänze leider gar keinen Humor besitzen. Sie sind erbost darüber, dass sie nicht so lange und dicke Schwänze wie die Ratten haben. Und die Behaarung ist ein leidiges Thema, manche Mäusemänner gehen sogar soweit, sich die Schwänze zu rasieren, während die Weibchen sie oft stundenlang bürsten, mit Holzkohle einfärben und mit Schleifchen und Glasperlen schmücken.

Aber genug von der Eitelkeit der Mäuse, Du musst nur wissen, dass sie rasend werden, wenn man ihre Körperanhängsel in Unbill bringt.

Tja, und die Maikäfer, die haben leider von Natur aus eine lose Klappe und böse Zungen, sehr böse Zungen. Sie konnten es nicht lassen, schlimme Possen zu reißen und dumme Witze über Mäuseschwänze zu machen.

Eine Weile ging das ja gut, weil die Mäuse nun einmal so eitel sind, dass sie vor allem mit sich selbst beschäftigt sind und deshalb kaum mitbekommen, was die anderen Produktionsmitarbeiter so treiben. Aber irgendwann letzten Sommer drangen die dummen Sprüche der Käfer doch ans Ohr von Piepsi dem Großohrigen, einem der Aufseher in der Fabrik. Ein mächtig aussehender Mäuserich mit stets kahlrasiertem Schwanz und großem Einfluss. Und diesen Einfluss nutzte er, um die anderen Mäuse gegen die Maikäfer aufzustacheln. So kam es, dass die Nager ihre Arbeit liegen ließen und zum Gegenschlag ausholten.

Sie durchforsteten Wiesen und Felder, Äcker und Wälder und vernichteten alle Engerlinge, die ihnen unterkamen. Eine ganze Generation Jungmaikäfer wurde so ausgerottet.

Als die Käfer draufkamen, welches Drama sich da abspielte, war es bereits erledigt, sie konnten nichts und niemanden mehr retten.

So sannen sie auf Rache.

Was ja nur verständlich ist, andererseits waren sie ja irgendwie selbst schuld an ihrer Lage, hätten sie doch nur ihre vorwitzigen Zungen in Zaum gehalten...aber zurück zum Bericht.

War durch die Niederlegung der Mäusearbeit die Nähproduktion bereits zum Erliegen gebracht worden – Wie soll man denn auch vernünftig nähen, wenn keiner da ist, der die Fäden abbeißt? Die Krähen, welche die Oberaufsicht über die Produktion haben, setzten zwar kurzfristig Regenwürmer als Ersatz ein, aber Regenwürmer haben weder Zähne, um den Faden durchzubeißen, noch Pfoten, um ein Messer oder eine Schere bedienen zu können, ein Desaster also! – so stoppte nun auch die Stoffproduktion.

Die Maikäfer weben nämlich mit ihren fächerartigen Fühlern die feinsten Stoffe, weshalb sie größtenteils für diese Arbeit eingesetzt werden. Es gibt zwar auch ein paar Hirschkäfer, die diese Kunst beherrschen, aber hast Du schon mal deren Körperbau gesehen? Die Stoffe, die von denen gewoben werden, werden für Kartoffelsäcke verwendet, aber nicht für Unterwäsche! Und die Heringe, die hin und wieder einspringen, wenn ein Maikäfer Pflegeurlaub wegen der Engerlinge braucht, die haben kein großes Durchhaltevermögen. Alle halbe Stunden müssen sie mit Wasser besprüht werden. Weshalb man eigens Ameisen als Wasserträger einstellen muss, und die Ameisen haben Lohnvorstellungen, das glaubst Du nicht!

So kam es also zum Erliegen der Stoffproduktion. Weil die Maikäfer leider genauso unfähig sind, mehrere Tätigkeiten zugleich zu verrichten, wie ihr Menschenmännchen. Sie saßen also rum, sponnen Rachepläne und waren nicht fähig, nebenbei ein bisschen ihre Fühler zu schwingen, damit die Amseln, die für das Nähen zuständig waren, zu Stoff kamen.

Andererseits war das eigentlich auch egal, denn die Mäuse waren nach ihrem Feldzug nicht an ihre Arbeitsplätze zurückgekehrt. Sie versammelten sich und schmiedeten Verteidigungspläne. Mäuse sind nämlich eitel, aber auch schlau. Sie dachten sich schon, dass die Maikäfer bald mit einer Racheaktion beginnen würden.

Sie überredeten sogar einen pazifistischen Grizzly, den sie irgendwie mit Bestechungen und Überredungskünsten (Ich glaube, da waren „Kartoffelettis" im Spiel...) auf ihre Seite gezogen hatten und ihn dazu brachten, sich als Maikäferin zu verkleiden und zu spionieren.

Doch er fand nicht viel heraus, bevor seine Kostümierung aufflog. Der Dummkopf konnte nämlich nicht Walzer tanzen. Wo doch jeder Idiot weiß, dass Maikäfer ganz verrückt nach Walzer sind und die Schritte bereits als Engerlinge lernen. Das Tanzen hilft ihnen beim Denken. Maikäfer sind nämlich nicht besonders helle (Was ja schon durch die Tatsache bewiesen wäre, dass sie nicht einfach die Klappe hielten, sondern die Mäuse reizten, wodurch es überhaupt erst zu dieser dummen Situation für die Produktion kam.), wenn sie jedoch tanzen, sich im Kreis drehen, dann drehen sich die Gehirnwindungen mit und arbeiten schneller, sodass es ihnen ganz gut gelingt, ihren Makel zu verstecken.

Es wirkt immer nur ein wenig eigenartig, wenn während einer Produktionsleiterkonferenz der Abgeordnete der Maikäfer sich die Abgeordnete der Spinnen oder der Ameisenbären schnappt und ein paar Runden Linkswalzer dreht, bevor er eine wichtige Antwort gibt. Schon mehr als einmal hat sich die Spinne darüber beklagt, dass dabei ihre Frisur ganz durcheinander kommt. Aber andererseits fällt das Getanze des Maikäfers nicht weiter ins Gewicht, denn die Bienenkönigin summt lautstark vor sich hin, wenn sie nachdenkt. Was die wassertragenden Ameisen beinahe in den Wahnsinn treibt, sodass sie aus Protest mit leeren Bierdosen werfen.. Du kannst Dir also vorstellen, unsere Sitzungen sind immer ein Genuss. Weshalb sie pro Woche nur einmal stattfinden.

Aber wo waren wir?

Achja, beim Grizzly, dessen Tarnung aufflog. Eigentlich konnte er den Walzer ja, die Mäuse hatten ihn eigens vorher zu den Krebsen geschickt, die als die besten Tanzlehrer weit und breit bekannt sind, aber dieser dämliche Bär kann links nicht von rechts unterscheiden und so kannst du Dir ja ausmalen, was passierte.

So musste also Frederick, der Grizzly, ohne Ergebnisse zurück zu den Mäusen. Die waren so sauer, dass sie ihm im Schlaf (Nicht weiter schwer, sie brauchten nur auf den Winter zu warten.) die Nippel piercten und den rasierten Hintern mit Herzchen tätowierten. Und wie wir wissen, wachsen auf einem Tattoo keine Haare, weshalb es in den nächsten Wintern ein bisschen zugig sein dürfte ums Hintergestell von Frederick...

So saßen die Mäuse zusammen und überlegten, was die Maikäfer wohl aushecken könnten und wie sie dem vorgreifen sollten. Sie kamen auf keinen grünen Zweig. Was kein Wunder war, es war inzwischen ja bereits Herbst.

Die Maikäfer hatten sich inzwischen die Spinnen zur Verstärkung geholt. Spinnen sind nämlich erstklassig im Spinnen von allem. Ob nun von Fäden, Plänen, Lügengeschichten, Seemannsgarn oder ob sie einfach nur dumm rumspinnen, sie sind weltberühmt dafür!

Tja, und wie um ihrem Ruf gerecht zu werden, hatten die Spinnen auch tatsächlich bald eine Idee parat: Sie rieten den Maikäfern, die Gürteltiere zu engagieren, um die Mäusediscos zu zerstören. Gürteltiere sind nämlich grandios im Zerstören, sie rollen sich zusammen, lassen sich vom Wind an ihren Zielort bringen – das geht blitzschnell, weil sie seit Urzeiten mit den Wolkenbildern einen Pakt haben – stellen sich dort auf und spucken das Zielobjekt in Grund und Boden. Und da ihre Spucke ätzend ist – zumindest für Sägespäne und Hundenasenschleim, woraus ja die meisten Bauten der Mäuse gemacht sind - kann man an den Orten der Zerstörung nichts Neues mehr aufbauen.

So schickten die Maikäfer einen Brief per Schneckenpost zu den Gürteltieren und warteten auf Antwort. Doch die Mäuse waren schlau genug, dem Schneckenpostler aufzulauern, ihn mit Weizenbier zu ködern (Schnecken lieben Bier und für ein Weizenbier würden sie sogar über Salz kriechen!) und den Brief zu entlocken. Sie waren entrüstet über die Boshaftigkeit der Gürteltiere. Ihre Discos zu zerstören! Die brauchten sie doch, um am Samstagabend so richtig zu entspannen. Das Fadenabbeißen in den Fabriken ist nämlich echt ein knochenharter Job, weswegen die Mäuse am Wochenende ein bisschen Entspannung brauchen, um von Urlaub zu Urlaub durchzuhalten. Deshalb treffen sie sich jede Woche, sobald am Samstag die Sonne untergegangen ist, denn Mäuse halten den Sabbat, bei den großen Drehscheiben, auch Discos genannt, setzen sich darauf, befehlen den Jungratten, die bei ihnen in Sachen Glühwürmchenlampenproduktion in der Lehre sind, die Scheiben so richtig in Schwung zu bringen, und den Rest überlassen sie der Fliehkraft. Es macht Spaß, so richtig durch die Luft zu düsen. Die Landung ist manchmal etwas hart, aber das macht den Mäusen nichts aus, so schinden sie den einen oder anderen Krankenstand mehr heraus. An die Wirtschaft denken sie da gar nicht, aber was soll´s, wir lassen ihnen den Spaß, dann können wir wenigstens davon ausgehen, dass sie fleißige Arbeiter bleiben.

Du kannst dir also in etwa vorstellen, wie entrüstet die Mäuse über den hinterhältigen Plan der Maikäfer waren. Und sie ahnten sofort, dass die Krabbelviecher diesen Plan nicht allein ausgesponnen haben konnten, und so kamen sie darauf, dass die Spinnen hinter der Sache steckten.

Oh, jetzt war die Wut riesengroß, die Maikäfer wollten also nicht nur die Gürteltiere für ihre Sache gewinnen, die Spinnen hatten sie auch schon bestochen! Nun war den Nagern alles egal, sie beschlossen, die Raben zu Hilfe zu holen.

Seit Stanismaus der Grindbärtige nämlich einst die erstgeschlüpften Küken des Rabenkönigs Seamus I. vor den Adlern aus den Bergen gerettet hatte, indem er den Adlern die Schwanzfedern abbiss, sodass sie ihren Flug nicht mehr koordinieren konnten und sich rettungslos in der Sahara verirrten, seit damals vor etwa dreihundert Jahren besteht eine unzerstörbare Freundschaft zwischen Raben und Mäusen.

Und in ihrer Not baten die Nager nun die Vögel um Hilfe. Sie sollten die Spinnen vernichten, als Belohnung durften sie ihre ganze Ausbeute behalten.

Ab diesem Zeitpunkt wurde der Zwist so richtig blutig, er geriet geradezu außer Kontrolle!

Die Raben jagten die Spinnen gnadenlos, sodass ein Großteil der Krabbeltiere vernichtet wurde, während sich der Rest in tiefen Erdlöchern verkroch. Sie trauten sich nicht einmal mehr heraus, um ihre „Geschäfte" zu verrichten, was für Spinnen wirklich furchtbar ist, da sie einen so extrem ausgeprägten Reinlichkeitssinn haben. Sie wurden notgedrungen zu Nestbeschmutzern. Die Folge aus dieser Schlacht war, dass die Fadenproduktion zum größten Teil zum Erliegen kam. Die Spinnen sind nämlich hauptsächlich zuständig zum – Du hast es erraten! – Spinnen von Fäden, aus denen von den Maikäfern die Stoffe gewoben werden.

Ein Desaster! Denn nicht nur für Stoffe wurden Fäden gebraucht, auch für Seile, Netze, Angelschnüre, Tischlampen und Autoreifen.

Aber das war noch nicht alles!

In ihrer Schlauheit gaben sich die Mäuse per Brief als Oberhaupt der Gürteltiere Amadelillo der Umgürtete aus und rieten den Maikäfern in seinem Namen, doch ihr Problem selbst zu lösen, die Gürteltiere würden sich nicht von Insekten manipulieren lassen.

Oh, die Maikäfer wurden daraufhin böse! Sie schworen den Gürteltieren Rache! Vor Wut tanzten sie nicht nur Walzer, ihre Ratsitzung weitete sich direkt zu einem Tanzfestival voller Lambada, Tango und Mambo aus!

Sie wollten, dass die Maulwürfe ihnen halfen, die Gürteltiere zu überfallen und ihnen diese Schmach heimzuzahlen.

Die Maulwürfe gerieten nun in ein Dilemma. Sie sind von Natur aus hilfsbereit und helfen jeden, der sie darum bittet. Deswegen fühlten sie sich bemüßigt, den Maikäfern zu helfen. Aber andererseits waren sie in einem Gewissenskonflikt, denn über hundert Ecken und die Spitzmäuse waren sie mit den Mäusen verwandt. Und ihrer Verwandtschaft konnten sie einfach nicht in den Rücken fallen. So gaben sie sich neutral und meinten, sich in diesen Konflikt nicht einmischen zu wollen. Sie würden beiden Seiten helfen, indem sie gegebenenfalls Verletzte versorgen würden, aber sie würden nicht direkt in das Kampfgeschehen eingreifen.

Nun, auf diese Hilfe verzichteten die Maikäfer, denn wie jedes Kind weiß, sind Maulwürfe zwar extrem hilfsbereit, aber miese Krankenschwestern. Wer das Pech hat, verletzt bei einem Maulwurf zu landen, der bittet lieber gleich um Gnade. Es ist nicht so, dass Maulwürfe ungeschickt wären, oh nein, ganz im Gegenteil. Sie verstehen sich gut auf die Heilkunde, aber, nunja, sie sind nun einmal blind und erkennen nicht, ob sie nun heilungsfördernden Walnussblattsirup oder abführendes Vogelbeerblütenmus verabreichen. Mit dem Geruchssinn haben sie es nämlich auch nicht so wirklich...Aber bitte, sprich das niemals laut aus. Sie tun nämlich wirklich ihr Möglichstes, und Spott dieser Art würde sie sehr kränken! Und Du bist sicherlich nicht scharf auf einen ganzen Garten voller gekränkter Maulwürfe. Denn weißt Du, was Maulwürfe tun, wenn sie beleidigt sind? Graben. Graben, graben, graben...Muss ich mehr sagen?

Die Maikäfer standen also allein da, weshalb sie zuerst einmal die Rache an den Gürteltieren sein ließen. Auf die Spinnen konnten sie sich nun auch nicht mehr verlassen. Sie waren allein und mächtig wütend. Hast du schon einmal einen wirklich wütenden Maikäfer gesehen? Grauenerregend! Allein beim Gedanken daran steht mir der Angstschweiß auf der Stirn!

Sie verbreiteten nun Schrecken, wohin sie kamen. Und so kamen sie zu den Schafen. Schafe sind die sadistischsten Tiere, die ich kenne. Sie stehen auf alles, was Angst und Schrecken verursacht. Und aus reiner Freude an der Grausamkeit schlossen sie sich den Maikäfern an.

Und wenn sich die Schafe jemandem anschließen, dann tun das mit ihnen automatisch auch die Wölfe, welche den Schafen tributpflichtig sind.

Wie es dazu kam?

Nun, das ist eine traurige, schmerzvolle Geschichte.

Einst verliebte sich ein einfacher Arbeiterwolf in eine Schafsprinzessin. Es war eine große Liebe, die ihresgleichen unter dem Vollmond suchte. Die Prinzessin wurde schwanger, weshalb der Schafkönig widerstrebend einer Heirat zustimmte. (Schließlich kann man sich in einem Königshaus weder ein uneheliches Kind noch eine Abtreibung leisten!) Leider starb die Prinzessin bei der Geburt und mit ihr das Kind. Der Vater der Toten gab natürlich den Wölfen die Schuld am Verlust seiner einzigsten Tochter und erklärte ihnen den Krieg. Da Wölfe nun einmal feige und kampfunfähige Viecher sind, unterwarfen sie sich ohne Kampf und sind seitdem quasi die Sklaven der Schafe. „Tributpflichtig" nennen sie das.

Fakt ist, dass Wölfe Veganer sind und nur für die Schafe nach Fleisch jagen. Jedes Mal, wenn sie ein vor Blut triefendes Beutetier anbringen, putzen sie sich hinterher sofort die Zähne, sie benutzen sogar Zahnseide, um bloß keinen Rest des metallischen Geschmackes von Blut im Maul zu behalten. Manche Wölfe verkleiden sich sogar als Schafe, in der Hoffnung, dann nicht auf die Jagd gehen zu müssen. Du kennst sicherlich die Redewendung, die daraus entstanden ist...

Weicheier!

Aber halt, eigentlich darf ich keine Partei ergreifen, das war nur ein Ausdruck meiner persönlichen Enttäuschung über die einstigen Könige des Waldes. (Lange ist es her, damals war noch Maxibrüllanus der Löwe König der Sahara, das liegt Unzeiten zurück...)

Gut, nun hatten wir also auf der einen Seite die Mäuse und die Raben, auf der anderen die Maikäfer mit den Schafen und den Wölfen. Aber es weiß jeder, dass die Wölfe zwar mit auf das Schlachtfeld ziehen, aber bei der kleinsten Kampfhandlung sofort den Schwanz einziehen und sich verdrücken. Da hilft nicht einmal die Angst vor den allerortens als furchtbar grausam bekannten Schafstrafen.

Also standen die Mäuse und Raben den Maikäfern und Schafen gegenüber.

Als die Raben die blutrünstigen, zähnefletschenden, bis zu den Ohren bewaffneten Schafe sahen, verloren sie vor Angst die Federn, weshalb sie sich aus Scham über ihre Nacktheit fluchtartig zurückzogen. Nun standen die Mäuse allein da. Bloß weil die Raben so übermoralische Viecher sind, die schon die geringste Nacktheit verschreckt!

Spannung lag in der Luft, jeder wartete auf eine Bewegung des Feindes. Stundenlang. Es schien die Sonne, es bewölkte sich, Regen fiel, Hagel fiel, Schnee fiel. Es wurde Winter.

Ein paar Mäuse der Nachhut verzogen sich, um ihre Rache am Grizzly durchzuführen, kamen aber bald wieder zurück.

Und als es endlich so weit war, dass beide Seiten mutig genug waren, den Kampf zu beginnen, bemerkten sie, dass sie eingefroren waren.

Was die dem Geschehen zusehenden und Popcorn mampfenden Blauwale äußerst erheiternd fanden. Sie begannen lautstark zu lachen und zeigten mit ihren Flossen spottend auf die Pseudokämpfer. Die fanden das natürlich gar nicht witzig, sie begannen vor Wut zu kochen – weshalb das Eis schmolz und sie wieder befreit waren. Aber waren sie deshalb den Walen dankbar?

Nein, mit vereinten Kräften gingen sie nun auf die Meeressäugetiere los, denen vor Schreck die Algen aus den Atemlöchern fielen. Nun gab es also quasi eine Schlacht der drei Heere. Die Blauwale jammerten zwar und beriefen sich darauf, dass sie nicht angegriffen werden dürften, da sie vom Aussterben bedroht seien, aber mit diesem fadenscheinigen Argument kommen sie immer an, weshalb es keiner mehr ernst nimmt.

Sehr bald sah es sehr schlecht für die Mäuse.

Da tat sich etwas Überraschendes.

Die Amseln, denen der Produktionsstop schon verdächtig lange dauerte und die Mäuse zurück an die Arbeit rufen wollten, traten auf den Plan. Sie flogen über das Schlachtfeld und erkannten bald, dass die Mäuse dringend Hilfe brauchten.

So flogen sie fort und holten die Elefanten zu Hilfe. Sie trugen sie in eigens dafür angefertigten Netzen von Indien zum Ort des Geschehens.

Weshalb nun auch noch die Färbeindustrie einschlief. Du musst nämlich wissen, dass rote Farbe für Stoffe dadurch entsteht, dass man die abrasierten Haare der indischen Elefanten auskochte, destillierte und den Kängurus zu trinken gab. Woraufhin den Kängurus verdammt schlecht wird und sie zu kotzen beginnen. Und in der Kängurukotze befinden sich die roten Magensteine, welche zermalen und zum Färben benutzt werden. Das funktioniert jedoch nur mit den Haaren der indischen Elefanten, gibt man ihnen welche der afrikanischen, uh, dann sind die Folgen fürchterlich!

Afrikanische Elefanten sind eigentlich nur für das Färben von Ostereiern gut, aber bitte.

Zurück zu den indischen Elefanten, die von den Amseln auf das Schlachtfeld gebracht wurden.

Sie griffen sofort in das Geschehen ein und schafften es, mit ihren einlullenden Stimmen alle kämpfenden Tieren zum Schlafen zu bringen. Als alles schlief riefen sie melodisch nach den Blattläusen, die in die Ohren der Kämpfer krochen und ihnen im Schlaf einredeten, dass Frieden herrschen müsse.

Es lebe die Suggestion!

Drei Tage und drei Nächte lang hörten die Tiere im Schlaf bloß, dass sie unbedingt Frieden schließen müssten und vergessen sollten, weshalb sie überhaupt kämpften. Den Schafen wurde zusätzlich eingeredet, dass sie in Zukunft netter zu den Wölfen sein sollten, die doch wirklich ihr Bestes gaben.

Nach diesen drei Tagen und drei Nächten wurden alle aufgeweckt. Und alle waren friedlich, die Mäuse, die Blauwale, die Maikäfer und die Schafe. Na ja, letztere zumindest für eine Weile, die angeborene Grausamkeit kam halt doch irgendwann wieder durch. Weshalb auch zwischen Schafen und Wölfen bald alles wieder beim Alten war.

Alle schworen einander, nie wieder Krieg zu führen und ein großes Fest wurde gefeiert.

Das war ungefähr der Zeitpunkt, zu dem die Bestellung von Michaela bei uns einlangte.

Nun hatten wir ein Problem: Die ganze Produktion war zum Erliegen gekommen, der größte Teil der Spinnen war gefressen worden, ebenso waren in der Schlacht viele der Maikäfer gefallen, so wurden viel geringere Mengen an Stoffen gewoben. Und von den Mäusen waren auch nur mehr wenige übrig, weshalb niemand mehr Fäden abbiss.

Und in dieser Lage sollten wir Dein Geburtstagsgeschenk herstellen!

Aber wir fanden eine Lösung, Du wirst staunen!

Die Mäuse wurden alle auf Urlaub geschickt, wo sie sich der Produktion von ganz vielen Mäusebabies widmeten, sodass wir hoffen, bald wieder genügen Abbeißpersonal zu haben. Mäuse sind nämlich schon mit zwei Monaten beißreif.

Die Maikäfer holten ihre Vettern, die Junikäfer zu Hilfe und nahmen sofort die Stoffproduktion wieder auf.

Und wir machten eine Entdeckung, nämlich die, dass Ameisenbären sich sehr gut zum Fadenspinnen eignen! Ihre Rüssel sind quasi angeborene Spindeln, ist das nicht großartig?!

Bis sich die Spinnenpopulation wieder erholt hat, können wir also getrost mittels der Ameisenbären unser Soll erfüllen! Wir dürfen ihnen bloß keine Ameisen als Wasserträger schicken...

Tja, und dann sind da noch die Gürteltiere, die tief beschämt waren, als sie hörten, wie einfach sie ausgetrickst worden waren. Sie sind den Mäusen nicht böse, sind sie doch der albernen Meinung, dass im Krieg und in der Liebe alles erlaubt ist. Sie helfen ihnen sogar, indem sie in der Produktionskette als Fadenbeißer einspringen, bis die Mäusebabies dazu bereit sind.

Und die Bienen, die sowieso ständig auf Royal Jelly sind und mit ihrer Flowerpower alle mit guter Laune anstecken, helfen uns auch, indem sie uns mit fröhlichen Tänzen und lustigem Gesumme anfeuern. Bloß von ihrem Honig rücken sie nichts raus. Sie haben jedoch versprochen, sich um Frederick zu kümmern, wenn er aus seinem Winterschlaf erwacht und sieht, was die Mäuse mit ihm angestellt haben...

Tja, und so haben wir es also nun doch noch geschafft, Dein Geschenk fertig zu stellen. Bitte verzeihe uns die Verspätung, unsere Lage war wirklich nicht einfach und wir versuchten, unser Bestes zu geben. Noch dazu sind die Schafe inzwischen wieder grausam wie eh und je und fressen aus purer Lust am Töten hin und wieder einen von uns.

Sag bitte YYY auch noch einmal Danke dafür, dass sie versucht hat, unsere Unfähigkeit zur pünktlichen Lieferung zu decken.

Nachträglich alles Gute zum Geburtstag,

                 Heidemuhrie, ´
                   
leitende Geschäftskuh von Animaltex, Irland

19.2.08 19:58


ZITAT

Kinder, die nicht geliebt werden, werden zu Erwachsenen, die nicht lieben.

Leider weiß ich nicht mehr, von wem dieser Ausspruch stammt.
Aber ich weiß, dass er der Realität entspricht...

23.2.08 12:38


ERLEBT

Ein ruhiger Sonntagmorgen im Altenheim.
Frau B. sitrzt ausgezogen auf einem Schemel in der Duschkabine, ich drehe das Wasser auf und prüfe, ob es auch warm ist.
Als es wirklich sehr warm ist - ich weiß, dass Frau B. Kälte verabscheut - lasse ich es über ihre Beine laufen.

Ein Aufschrei, der auf der ganzen Station zu hören ist. Ich erschrecke so, dass mir der Brausekopf aus der Hand fällt und mich von oben bis unten naß spritzt.

"Was ist los? Ist es zu heiß???"

"Nein! Naß!" 

23.2.08 12:47


MERKE!

Eine Messerspitze Lebkuchengewürz peppt beinahe jeden Kuchen auf.

Eine Spur zuviel vernichtet ihn... 

23.2.08 12:49


Levitation. Oder so.

Ich mag Angelina Jolie nicht. Ich finde sie nicht schön und auch nicht in Sachen Schauspielerei begabt. Und diese Kindereinkauferei ist auch...naja, was tut man nicht für Publicity. Würde sie dasselbe Geld, das sie für die Adoptionen ausgegeben hat, einem Waisenhaus spenden, wäre mehreren wirklich geholfen. So werden nur ein paar mehr emotionale Krüppel in Hollywood herumgeistern...

Aber wurscht, eigentlich wollte ich nur vermerken, dass es einen "Film" mit ihr gibt, den ich echt genial finde:

 

23.2.08 16:26





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